Die Konferenz der Grundschulpädagogik und -didaktik an bayerischen Universitäten spricht sich in dem vorliegenden Schreiben für eine substanzielle Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung aus, die wissenschaftliche Fundierung, professionsbezogene Qualifizierung und kohärenten Praxisbezug systematisch miteinander verbindet. Zentrales Anliegen ist die deutliche Stärkung der Grundschulpädagogik und -didaktik als eigenständiges Hauptfach mit erweitertem Studienumfang, um den gestiegenen Anforderungen an Inklusion, Heterogenität, Basiskompetenzförderung und gesellschaftliche Schlüsselthemen gerecht zu werden. Darüber hinaus empfiehlt die Konferenz eine enge strukturelle Verzahnung der universitären Ausbildung mit dem Vorbereitungsdienst durch gemeinsam verantwortete Ausbildungsformate, gestufte Praxisphasen und evidenzbasierte Lehr-Lern-Arrangements. Ein phasenübergreifendes Curriculum auf Basis von Core Practices, kompetenzorientierte Prüfungsformate sowie modellhafte Pilotierungen sollen die Qualität, Kohärenz und Attraktivität der Lehrkräftebildung nachhaltig sichern. Die Empfehlungen zielen auf eine zukunftsfähige, wissenschaftsorientierte und praxisreflektierte Professionalisierung von Grundschullehrkräften im Freistaat Bayern. (Stand: 27.10.2025)
Das Schreiben beinhaltet die Stellungnahme der Konferenz für Grundschulpädagogik und -didaktik an bayerischen Universitäten zum Gutachten „Lehrkräftebildung für das 21. Jahrhundert“ und begrüßt insbesondere die Forderung nach gleich langen und gleichwertigen Lehramtsstudiengängen, der systematischen Verzahnung aller drei Phasen der Lehrkräftebildung sowie der Einführung eines evidenzbasierten Kompetenzrahmens zur professionellen Handlungskompetenz. Gleichzeitig wird betont, dass die Umsetzung dieser Empfehlungen politischen Gestaltungswillen und strukturelle Reformen voraussetzt, und die Konferenz bietet sich zur Mitwirkung bei diesem Transformationsprozess an. (Stand: 30.05.2025)
Die Stellungnahme der WAG!ib – Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft Inklusion in Bayern würdigt das Gutachten zur Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung in Bayern als wegweisend für die Professionalisierung des Grundschullehramts und betont besonders die Forderung nach verbindlich verankerten Kompetenzen in den Bereichen Inklusion, Diagnostik und adaptiver Förderung. Gleichzeitig wird die Verlängerung der Studiendauer sowie die verstärkte Integration strukturierter Praxisanteile als zentrale Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Implementierung inklusiver Bildung hervorgehoben. (Stand: 12.05.2025)
Die Bayerische Staatsregierung gab ein Gutachten in Auftrag, bei dem Expertinnen und Experten aller Lehrämter und aller Phasen der Lehrkräftebildung zusammenwirkten. Das Gutachten identifiziert zentrale Problemfelder der Lehrkräftebildung in Bayern, insbesondere mangelnde Kohärenz zwischen Theorie und Praxis, unzureichende wissenschaftliche Fundierung sowie Defizite im Umgang mit Heterogenität. Es formuliert Eckpunkte einer umfassenden Reform, die auf evidenzbasierte Professionalisierung, klare Kompetenzstrukturen („Core Practices“), eine engere Verzahnung aller Ausbildungsphasen und systematisch gestaltete Praxisanteile abzielt. Als notwendige Bedingungen betont es einheitliche und qualitativ gesicherte Studienstrukturen, weiterentwickelte Prüfungsformate sowie eine robuste Daten- und Evaluationsbasis. Daraus leitet das Gutachten konkrete Empfehlungen ab, die eine nachhaltige Qualitätssteigerung und Modernisierung der Lehrkräftebildung im Sinne einer zukunftsfesten Profession ermöglichen sollen. (Stand: 30.05.2025)
Die Konferenz der Grundschulpädagogik in Bayern zeichnet in ihrem Positionspapier ein geschärftes Bild aktueller Herausforderungen der Grundschule und verweist auf signifikante Kompetenzrückgänge, zunehmende psychosoziale Belastungen sowie weitreichende gesellschaftliche Transformationsprozesse. Zugleich betont sie die zentrale Bedeutung professionell ausgebildeter Lehrpersonen für die Bildungsbiografien aller Kinder und plädiert vor diesem Hintergrund für tiefgreifende inhaltliche und strukturelle Reformen der Lehrkräftebildung, um sowohl die Attraktivität des Grundschullehramts als auch die akademische Qualität und den systematischen Aufbau zentraler professioneller Kompetenzen (insbesondere in Inklusion, Diagnostik, adaptivem Unterrichten und digitaler Bildung) nachhaltig zu stärken.
Die Konferenz für Grundschulpädagogik und -didaktik an bayerischen Universitäten begrüßt in dieser Stellungnahme die Einführung verbindlicher Sprachstandserhebungen und vorschulischer Sprachfördermaßnahmen als wichtigen Beitrag zur Stärkung der Bildungsteilhabe aller Kinder. Sprachliche Kompetenzen bilden eine zentrale Voraussetzung für erfolgreiches Lernen in der Grundschule und müssen frühzeitig, diagnostisch fundiert und qualitätsgesichert gefördert werden. Entscheidend ist dabei nicht allein die Erhebung des Sprachstands, sondern vor allem die bedarfsgerechte, adaptive und niedrigschwellige Umsetzung wirksamer Förderangebote durch qualifiziertes Fachpersonal. Zugleich wird vor Maßnahmen gewarnt, die zu Segregation oder verzögerter Einschulung führen könnten. Stattdessen plädiert die Konferenz für eine inklusive Ausgestaltung des Bildungssystems, die Heterogenität als Normalfall anerkennt und Schulen strukturell wie personell in die Lage versetzt, alle Kinder angemessen zu fördern. (Stand: 07.08.2024)
Das Positionspapier argumentiert, dass die Grundschullehrkräftebildung in Bayern angesichts schulischer Heterogenitätslagen, der digitalen Transformation und gesellschaftlicher Gleichberechtigungsanforderungen eine systematische Verankerung von Inklusion, Adaptivität und Digitalität im Lehramtsstudium benötigt. Es fordert deshalb die Ergänzung des Kerncurriculums im Bereich Grundschulpädagogik und -didaktik sowie eine Studiendauerverlängerung um ein Semester (30 ECTS), um fundierte Kompetenzen für inklusive Gestaltung, adaptive Lernsteuerung und digital gestützte Lernarrangements vollständig zu verankern. (Stand: 03.03.2023)
